Die Kirchenfenster

Das Altarfenster der evangelischen Kirche
Das Altarfenster, das vom Morgenlicht erhellt wird, zeigt Motive der Weihnachtsgeschichte.

Die Darstellung besteht aus vier einzelnen Szenen,die in reicher Farbenpracht ausgestaltet sind. Um den Stern von Bethlehem im Zentrum der Komposition gruppieren sich die heilige Familie im Stall bei Ochse und Esel, rechts die Hirten als erste Zeugen der Geburt Jesu und links die drei Weisen aus dem Morgenland. Nach gotischem Vorbild gemalte Prunkdächer über den Personen verklären den ursprünglich armseligen Stall, in dem der Retter dieser Welt geboren ist. Über den Beteiligten der Weihnachtsgeschichte schweben in einem Kranz aus Sternen, Lilien und goldenen Strahlen die Engel, die den Hirten die frohe Kunde überbracht haben.

Die Kirchenfenster
Die Fenster sind bis auf das Glasbild im Altarraum alle in rot-blauem Rautenmuster gehalten. Die beiden Grundfarben sind sehr blass und durchscheinend. Schon die Baumeister der Gotik bevorzugten Blau und Rot als himmlische Farben in ihren Kathedralen. Die einzelnen Fenster in Tennenbronn sind zusätzlich mit unterschiedlichen Fraben umrahmt. Neben Rot und Blau finden sich auch Goldgelb und Grün.

Neben dem Glasfenster im Chorraum zieht die Rosette der Westfront durch ihre Form und Farbgebung die Aufmerksamkeit auf sich. Entgegen den übrigen Fenstern sind die kräftigen Fraben Rot, Blau und Gelb hier auch in die Glasfläche selbst eingearbeitet. Sie bilden eine Blume mit acht Blütenblättern, in deren Mitte sich ein goldener Stern befindet. In gotischen Kathedralen sind an der Westseite häufig entsprechende Rundfenster eingebaut worden, durch die das letzte Tageslicht die Kirche erhellt. Diese Vorbilder der Gotik sind ebenfalls reich verziert und bunt ausgestaltet. Sie werden "Pfingstrosetten" genannt und erinnern daran, dass sich nach der Kreuzigung Jesu seine Jüngerinnen und Jünger versteckt und bis Pfingsten in Angst und Unsicherheit gelebt hatten. Die Pfingstrosette wirft am Abend ein buntes Lichterspiel in den Kirchenraum und versinnbildlicht den scheidenen Jesus, der durch die Gabe des Heiligen Geistes an Pfingsten seine Jünger "erleuchtet". Wie die untergehnde Sonne hinterlässt Christus den Jüngern im heiligen Geist seinen himmlischen Glanz, der sie von da an beseelt und bis zur Auferstehung begleitet.

Texte: Bernhard Wielandt

Bilder: Martin Grießhaber

Weiter Informationen finden Sie in der Jubiläumsschrift der evangelischen Kirchengemeinde
"100 Jahre evangelische Kirche Tennenbronn" .

Datei: altarfenster.htm; zuletzt geändert am 30. 10. 2007