Buch der Bücher in seiner Vielfalt

Ökumenische Bibelausstellung zeigt rund 200 Werke ab dem Jahr 1727

Das Buch der Bücher hat viele Gesichter: Dies zeigt die ökumenische Bibelausstellung in der evangelischen Kirche Tennenbronn. Rund 200 Werke haben Bürger zur Verfügung gestellt. Teilweise sind sie in Vitrinen untergebracht, in den anderen darf auch geblättert werden. Das älteste Werk stammt aus dem Jahr 1727.

Begeistert sind der evangelische Pfarrvikar Bernhard Wielandt und der katholische Pfarrer Josef Beke von der ökumenischen Bibelausstellung. Rund 200 Werke sind bis Sonntag in der evangelischen Kirche zu sehen, neben Bibeln auch Gebetsbücher. Bereichert wird der Schatz an Tennenbronner Stücken noch mit einer Wanderausstellung auf der Empore. Ein Ensemble aus Bilderalbum, Hör- und Puzzlespielen sowie Bücherkiste und Kirchenfest-Scheibe machen die biblische Geschichte für die ganze Familie erlebbar. Diese Wanderausstellung ist erstmals in der Region. Sie war zuvor in Pforzheim zu sehen und demnächst in Appenweier.Mit den Bibeln und Gebetsbücher sind viele persönliche Geschichten verbunden. Die bleiben den Betrachtern allerdings meist im Verborgenen. Eine Bibel aus dem Jahr 1932 ist von einer Gewehrkugel gestreift worden. Genaueres wusste auch der Besitzer nicht dazu. Ein anderer erzählte Bernhard Wielandt, dass eine alte Bibel unterm Fußboden im Bienenstand aufbewahrt wurde.Das älteste Werk stammt aus dem Jahr 1727 und birgt "Auserlesene Predigten." Das älteste Buch der Bücher ist eine Lutherbibel und stammt aus dem Jahr 1743. Die Ausstellung zeigt nicht nur Druckwerke, sondern auch handschriftliche Werke. Davon zeugen mehrere selbstgeschriebene katholische Gebetsbücher. Eines davon stammt beispielsweise aus dem Jahr 1844. Es ist in filigraner Handarbeit geschrieben und künstlerisch ausgestaltet worden. "Das ist schon erstaunlich", meint Bernhard Wielandt angetan. Eine Besonderheit hat auch eine Lutherbibel aus dem Jahr 1825. Sie wurde nämlich in St. Petersburg gedruckt, ist aber in deutscher Sprache. Das gilt nicht für alle Bibeln. Die Ausstellung birgt mehrere Übersetzungen. Neben der englischen Sprache findet sich auch eine Bibel in japanischer Schrift im Fundus. In dieser werden die Worte senkrecht gelesen. Die hebräische Bibel mit dem Urtext des alten Testaments liest sich dagegen waagrecht, allerdings von rechts nach links. Pfarrer Josef Beke hat Bibeln aus Ungarn beigesteuert. Durch diese Besonderheiten in der Ausstellung ist für die Besucher Kurzweil angesagt. In einigen Bibeln finden sich auch persönliche Notizen. Das wertet der Pfarrvikar positiv: "Man sieht, dass die Bibel in Gebrauch war."Die Ausstellung wird paritätisch von Helfern der beiden Kirchengemeinden betreut. Sie ist auch gemeinsam aufgebaut worden. Am heutigen Mittwoch ist sie von 10 bis 11.30 Uhr und von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Am Donnerstag wieder von 10 bis 11.30 Uhr und von 15 bis 20 Uhr. Am Freitag kann sie von 10 bis 11.30 Uhr und von 15 bis 18 Uhr, am Samstag noch einmal von 15 bis 20 Uhr besucht werden. Den Abschluss findet die Bibelausstellung mit einer ökumenischen Andacht am Samstag um 20 Uhr. Wer bis dahin die Werke noch nicht gesehen hat, dem bleibt noch eine letzte Chance: Am Sonntag, 9. November, ist die Ausstellung nach dem Hauptgottesdienst letztmals bis 12 Uhr zu sehen. Danach werden die Werke wieder an die Besitzer zurückgegeben..

Südkurier, Manfred Moosmann

Pfarrer Josef Beke (links) und Pfarrvikar Bernhard Wielandt sind begeistert: Die ökumenische Bibelausstellung in der evangelischen Kirche Tennenbronn birgt besondere Schätze. Die älteste Schrift stammt aus dem Jahr 1727. Bild: Moosmann

Datei: bibelausstellung.htm; zuletzt geändert am 30. 10. 2007