Die Glocken der evangelischen Kirche

Die heutige Kirche hatte von Anfang an ein Geläute aus 4 Bronzeglocken in den Tonhöhen 'Es', 'Fis', 'A' und 'C', das von der Glockengießerei Grüninger in Villingen gegossen wurde. Da in beiden Weltkriegen jeweils drei Glocken beschlagnahmt wurden, ist das ursprüngliche Geläute nicht mehr vorhanden. Man hat sich bei den Wiederbeschaffungen immer wieder für die gleichen Tonhöhen entschieden, nachdem schon der Glockenprüfungsbericht 1903 dem Geläute bescheinigte: "Dass der Gesamtklang aller 4 Glocken feierlich, würdevoll und majestätisch das ganze Thal entlang von mächtiger Wirkung ist." Außerdem war das Orgelbaukommissariat in Karlsruhe der Meinung "Dieser verminderte Septimakkord gehört zum schönsten, was man an Akkordzusammenstellungen für 4 stimmiges Geläute machen kann".

Heute ist die kleinste Glocke mit der Tonhöhe 'C' und der Inschrift "Friede auf Erden" aus dem Jahre 1924 die älteste Glocke. Sie erklingt bei Einsegnungen an Taufen, an der Konfirmation und bei Trauungen. Alle anderen Glocken stammen aus dem Jahr 1949. Die Glocke mit der Tonhöhe 'A' bekam die Mittelinschrift "Glaube, Liebe, Hoffnung". Die Glocke mit der Tonhöhe 'Fis' hatte die Mittelinschrift "Zum Gedächtnis der Gefallenen". Auf dieser Glocke wurden am Rand folgende Stifter eingeprägt: Johannes Aberle, Christian Bösinger, Christian Eisenmann Wwe, Hermann Epting, Christian Fichter, Ernst Fichter, Matthias Hildbrand, Gottlieb Müller, Andreas Obergfell, Johann Georg Reuter, Christian Schneider, Christian Wälde, Reute. Diese Glocke läutet als Betglocke an Werktagen um 6.00, 11.00 und 19.00 Uhr, während der Sommerzeit um 20.00 Uhr. Sie läutet jeweils eine halbe Stunde vor Beginn der Gottesdienste und während dem Vater-Unser-Gebet. Die große Glocke mit der Tonhöhe 'Dis' bekam die Inschrift "Ehre sei Got in der Höhe". Sie hat einen Durchmesser von 121 cm und ein Gewicht von 1100kg. Sie läutet als Totenglocke abends zur Betzeit, wenn ein Gemeindeglied verstorben ist und zu Beginn der Beisetzungsfeier auf dem Friedhof.

Bild: Die Betglocke: Über das Schwungrad am rechten oberen Bildrand wird die Glocke von der Läutemaschine, die sich hinter der Glocke befindet, angetrieben. Unterhalb des Rades befinden sich der 'Hammer' und der Antrieb für den Viertelstundenschlag.

Glockenbilder

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Übrigens:
Es wird’s au koaner g’hert hau...

Dieses Zitat wird Kirchendiener Johannes Weisser (Schmied Johann) zugeschrieben. Seine Aufgabe war es, jeweils um 11.00 Uhr die Betglocke zu läuten. Als er dies einer Tages vergaß meinte er nur: „Es wird’s au koaner g’hert hau“ (Hoffentlich hat es keiner gehört).

Gedicht für die zweite Glocke „Friede auf Erden“ (1924)

Wenn das Abendrot auf den Bergen loht,
o wie köstlich ist’s zu gehen auf den stillen, waldigen Höhn
auf verlass’nem Pfad.

Still ist’s auf den Höh’n, kaum ein leises Wehn’n
flüstert durch der Wipfel Dach, kaum ein Vöglein ist noch wach,
das verträumt noch singt.

Plötzlich aus dem Tal klingt der Glocken Schall;
durch die stille Abendluft, durch des Himmels roten Duft
zittert hell ihr Ton.

Wenn der laute Streit und das wirre Leid
die gebracht des Tages Lauf lösen sich in Friede auf
bei der Glocke Klang.

Friede trägt ihr Schall über Berg und Tal,
Friede jauchzt durch Wald und Flur, Friede atmet die Natur,
Friede klingt durchs Herz.

Köstlich lässt sich’s geh’n auf den waldigen Höh’n,
wenn des Abends purpurrot auf den fernen Bergen loht,
wenn die Glocke klingt.

Datei: glocken.htm; zuletzt geändert am 30. 10. 2007